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    Stürmische Zeiten am Universitätsklinikum Jena

    Stürmische Zeiten am Universitätsklinikum Jena

    20.10.2018

    Das Soll ist voll – erneutes Ultimatum – Einstellungsstopp

    Dem Universitätsklinikum Jena und seinen Beschäftigten stehen ungemütliche Zeiten bevor. Der Gewerkschaft ver.di liegt ein Schreiben des Vorstandes der Klinik vor, aus dem hervorgeht, dass die Fallzahlen rückläufig sind und somit das Jahresergebnis gefährdet ist.

    "Bei börsennotierten Unternehmen würde von einer Gewinnwarnung gesprochen, hier geht es aber um ein Krankenhaus der Supramaximalversorgung. Das Schreiben zeigt uns, dass es nur um Zahlen und nicht um die Menschen geht. Egal ob Patientinnen und Patienten oder um Angestellte. Es zählt nur der Profit", so die Einschätzung von Philipp Motzke, Gewerkschaftssekretär für den Bereich Gesundheit in Thüringen.

    Der Vorstand wird keine Einstellungen mehr vornehmen und alle befristeten Verträge auslaufen lassen. Weiterhin heißt es in dem Schreiben, dass sich alle Ressourcen auf mehr Fallzahlen konzentrieren sollen.

    Die Arbeitsbelastung bei den Beschäftigten ist allerdings unvermindert hoch. Das zeigt nicht nur das Beispiel der IMC 1 Station, sondern nun auch die IMC 2 Station.

    "Man kann nicht nach Fachkräften schreien und mit Hochglanzbroschüren werben, währen auf der anderen Seite die Führungskultur auf der Strecke bleibt".

    Ultimatum der IMC 2

    Die IMC 2 Station hat sich entschieden, auch ein Ultimatum für eine bessere Arbeitsqualität zu stellen. Das Ziel ist und bleibt die angestrebte Pflege von maximal vier zu versorgenden Patientinnen und Patienten durch eine Pflegefachkraft.

    Ver.di konfrontierte den Vorstand mit der Arbeitssituation auf der IMC 2 Station. Dieser reagierte mit dem Verweis auf das noch nicht beschlossene Gesetz von Gesundheitsminister Spahn zur Pflegepersonalstärkung. IMC Stationen sind in dieser Gesetzesvorlage nicht namentlich erwähnt. Das erweckt den Eindruck, als seien diese Stationen weniger wert.

    "In dem Antwortschreiben wird klar verneint, dass die IMC Stationen pflegeintensive Bereiche seien. Im gleichen Schreiben wird darauf verwiesen, dass es aber auch keine Normalstationen sind. Hier zeigt sich, dass die Realität anscheinend nicht im Vorstand angekommen ist. Die Beschäftigten der IMC Stationen 1 und 2 zeigen kein Verständnis für das Antwortschreiben", so Motzke.

    Das Ultimatum der IMC 2 Station beginnt ab sofort und endet, sofern nicht dauerhaft und regelmäßig eine 1:4 Pflege gewährleistet wird, am 01.03.2019. Die Konsequenzen sind klar benannt und bekannt: konsequente Einhaltung des Arbeitsvertrages und Ablehnung aller Freiwilligenleistungen.

    Die IMC 2 Station ist ebenfalls eine interdisziplinäre Station mit allerdings vier Fachabteilungen und 22 Betten. Teilweise muss eine Pflegefachkraft hier sechs oder sieben Patientinnen und Patienten versorgen. Das geht zu Lasten der Gesundheit der Beschäftigten und zu Lasten der Pflegequalität.

    Neujahr im Oktober

    In der Nacht vom 22.zum 23.10.2018 feiern die Beschäftigten in deutschen Krankenhäusern Silvester. Die bundesweite Krankenhausbefragung von ver.di hat festgestellt, dass die Arbeitszeit des vorhandenen Personals im Schnitt am 22.10.2018 aufgebraucht ist, wenn die Schichten so besetzt würden, wie es für eine sichere Patientenversorgung notwendig wäre.

    Daher verteilen Aktive ver.di Mitglieder in dieser Nacht Glückskekse auf den Stationen, um den Beschäftigten frohe Botschaften für das neue Jahr zu überbringen.

    Evaluierung des Ultimatums der IMC 1

    Die Beschäftigten der IMC 1 Station am Universitätsklinikum Jena hatten sich dazu entschieden, ihr gesetztes Ultimatum auszusetzen, da Ihnen entsprechende Zusagen gemacht wurden. Dies ist derzeit akut in Gefahr.

    Nach dem aktuellen Stand wird das Ultimatum wieder in Kraft treten müssen. Die Kolleginnen und Kollegen treffen sich dazu Anfang November zur Evaluierung der Situation.

    Für Rückfragen:

    Philipp Motzke unter 01 51 / 23 85 54 79

    Bernd Becker unter 03 41 / 52 90 12 30

    Pressekontakt

    V.i.S.d.P.:
    Oliver Greie
    ver.di-Landesbezirksleiter
    für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
    für den Inhalt: Jörg Förster

    Pressestelle:
    Karl-Liebknecht-Str. 30-32
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