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    Beschäftigte am Uniklinikum in Jena fordern Entlastung für eine …

    Beschäftigte am Uniklinikum in Jena fordern Entlastung für eine gute Patientenversorgung

    Jenaer Bündnis für mehr Pflegekräfte hat sich gegründet 24.06.2019

    Leipzig, 24. Juni 2019

     Beschäftigte am Uniklinikum in Jena fordern Entlastung für eine gute Patientenversorgung

     Jenaer Bündnis für mehr Pflegekräfte hat sich gegründet

     „Es ist enttäuschend, dass die Klinikleitung keine Antworten auf die Frage liefert, wie die Beschäftigten am UKJ entlastet werden können – sowohl im Interesse der Pflegekräfte, als auch im Interesse der Patienten,“ sagt Philipp Motzke, zuständiger ver.di Gewerkschaftssekretär für das Universitätsklinikum Jena.

     Die Beschäftigten haben Belastungschecks durchgeführt. „Im Moment haben wir über 700 Rückmeldungen. 93,2 % geben an, sich sehr häufig oder oft gehetzt bei der Arbeit zu fühlen.

    88,9 % geben an, dass die Qualität der Arbeit sehr häufig oder oft darunter leidet. 79,2 % sagen, dass sie nie oder nur selten ihre gesetzliche Pause nehmen können.“.

     Ein „Tarifvertrag Entlastung“, zu dem das Universitätsklinikum Jena im Namen der Mehrheit der Beschäftigten demnächst aufgefordert wird, soll eine spürbare Entlastung für die Beschäftigten erreichen. Inhaltlich soll eine verbindliche Personalbemessung in allen Bereichen verhandelt werden. Durch gute und verbindliche Arbeitsbedingungen wird man auch Beschäftigte halten und neue gewinnen können. Die Aussage, es gebe nicht genügend Fachkräfte, wurde am 20. Juni 2019 auf der Personalversammlung des Uniklinikums von Seiten des Vorstandes selbst widerlegt: 25 bis 30 Bewerbungen würden jeden Monat am UKJ eingehen, so die Aussage des Vorstandes.

    Für die Gewerkschaft ver.di ist die Behauptung, dass ein Tarifvertrag zur Entlastung möglicherweise zu „roten Zahlen“ am Universitätsklinikum Jena führt, nicht im Detail nachvollziehbar. Im Rahmen des neuen Pflegepersonalstärkungsgesetzes ist die Refinanzierung zusätzlicher Pflegekräfte durch die Krankenkassen sichergestellt.

     „Absolut richtig ist die Forderung der Klinikleitung an die Politik, auch für eine bedarfsgerechte Ausstattung mit finanziellen Mitteln zu sorgen. Das hat ver.di, gemeinsam mit den Beschäftigten, mehrfach gegenüber den Politikern artikuliert. In diesem Sinne begrüßen wir ausdrücklich die kürzlich zugesagte Unterstützung der Linksfraktion des Thüringer Landtages für die Forderung nach einem Tarifvertrag Entlastung,“ betont Motzke. „Die Pflegekräfte am UKJ brauchen Entlastung und fordern eine Lösung noch vor den Landtagswahlen, “so Motzke weiter.

     Am 20. Juni 2019 hat sich das „Jenaer Bündnis für mehr Pflegepersonal am UKJ“ gegründet. Die Akteurinnen und Akteure sind sich einig, dass es einer bedarfsgerechten Personalausstattung am UKJ bedarf, um die Versorgung der Bevölkerung auf Dauer und nachhaltig zu gewährleisten. Im Moment wird dies nur sichergestellt, indem die Beschäftigten mehr leisten, als sie müssen.

     Am ersten Bündnistreffen nahmen unter anderem folgende Vertreterinnen teil:

    ver.di Thüringen, der DGB Kreisverband Jena/SHK, der ver.di Ortsverein Jena, die IG Metall Jena-Saalfeld-Gera, das Bündnis gegen Pflegenotstand Jena, das DGB-Bildungswerk, das Frauenstreikbündis Thüringen, der Fachschaftsrat Soziologie, das Institut für Kommunikationswissenschaften, das Institut für Soziologie, MediNetz Jena e.V., Radio OKJ, die SPD Jena, die CDU Jena, die Stadtratsfraktion Bündnis90/Die Grünen, die Stadtratsfraktion DIE LINKE, die FAU Jena, Torsten Wolf MdL  DIE LINKE und Gudrun Lukin MdL DIE LINKE.

     „Dieses breite Bündnis wird auch in Zukunft hinter den Forderungen für bessere Arbeitsbedingungen der Beschäftigten am UKJ stehen“, so Motzke abschließend.

     Für Rückfragen:

    Philipp Motzke: 0151 / 23 85 54 79

     

     

    Pressekontakt

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    Oliver Greie
    ver.di-Landesbezirksleiter
    für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
    für den Inhalt: Jörg Förster

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