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    Schließung von majorel-Standorten

    Schließung von majorel-Standorten

    Onlinepetition und unzählige Postkarten der Mitarbeiter liegen zur Übergabe an die Bertelsmann-Geschäftsführung bereit 25.03.2021

    Eine Delegation von Beschäftigten der von Schließung bedrohten Standorte wird am Donnerstag, 25.03.2021, gegen 16 Uhr eine Onlinepetition und hunderte (wenn nicht tausende) persönliche Statements der betroffenen Mitarbeiter und deren Familien der Bertelsmann-Führung in Gütersloh übergeben. 

    Zum Hintergrund:

    Die Bertelsmann-Tochter majorel (58.000 MA weltweit – 6.000 MA deutschlandweit) ist nach eigenem Bekunden auf dem Weg, globaler Marktführer im Call-Center-Geschäft zu werden. Weiter heißt es auf ihrer Internetseite: „Wir sind kreativ, belastbar und agil. Bei uns finden Sie die notwendige Verlässlichkeit, Kontinuität und Unterstützung bei der Digitalisierung, die es in unserer sich ständig verändernden Welt braucht.“ 

    Die 1.400 Beschäftigten in Chemnitz, Schwerin, Stralsund und Neubrandenburg erleben aktuell weder Verlässlichkeit noch Kreativität ihrer Unternehmensführung. Weil ein größerer Auftrag (Deutsche Telekom) nicht über den 31.12.2021 hinaus verlängert wird, sollen die Standorte – alle in den neuen Bundesländern – geschlossen werden. Diverse Protestaktionen vor Ort und auch die politische Unterstützung aus den betroffenen Kommunen, den beteiligten Bundesländern und im Bund haben bisher zu keinem Einlenken bei Bertelsmann geführt. Inzwischen laufen die Verhandlungen zu Interessensausgleichen und Sozialplänen zwischen den beteiligten Betriebsräten und der Geschäftsführung. Die bisher angebotenen Lösungen bleiben weit hinter den Vorstellungen der Betriebsräte zurück. Am kommenden Freitag soll eine weitere Verhandlungsrunde zwischen dem Chemnitzer Betriebsrat und der Unternehmensleitung in Gütersloh stattfinden. Die Beschäftigten wollen dies zum Anlass nehmen, um am Vortag auf die prekäre persönliche Situation der Betroffenen aufmerksam zu machen. Die Beschäftigtenstruktur: überwiegend Frauen, ein großer Teil arbeitet zum gesetzlichen Mindestlohn, viele in Teilzeit, ca. 20 % sind schwerbehindert – ein enorm hoher Anteil. 

    Neben der Online-Petition sind hunderte Postkarten eingegangen, in denen die persönlichen Situationen der Betroffenen und ihrer Familien beschrieben werden. Dies soll am Donnerstag an Verantwortliche des Bertelsmann-Konzerns übergeben werden.

    „Wir sind sehr gespannt, wie sich die Geschäftsführung von Bertelsmann verhalten wird“, sagt Enrico Zemke, Gewerkschaftssekretär aus dem Bereich Telekommunikation/IT bei ver.di.

    „Bertelsmann lässt sich gern für sein soziales Engagement feiern. Dabei steht primär die Stiftung im Focus der Öffentlichkeit. Aus unserer Sicht hat die Öffentlichkeit auch ein Recht darauf zu erfahren, wie der Konzern mit seinen Beschäftigten umgeht“, fordert der Gewerkschafter. 

    Für Rückfragen:

    Enrico Zemke unter der 01 71 / 8 62 75 08

    Pressekontakt

    V.i.S.d.P.:
    Oliver Greie
    ver.di-Landesbezirksleiter
    für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
    für den Inhalt: Jörg Förster

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