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    ver.di warnt nach Rückzug der Uniklinik Halle aus dem Bieterverfahren um die Übernahme des Klinikums Burgenlandkreis vor Verkauf an Ameos. »Die denkbar schlechteste Lösung«

    20.01.2020

    ver.di warnt nach Rückzug der Uniklinik Halle aus dem Bieterverfahren um die Übernahme des Klinikums Burgenlandkreis vor Verkauf an Ameos. »Die denkbar schlechteste Lösung«

    Nach dem Rückzug des Universitätsklinikums Halle aus dem Bieterverfahren um die Übernahme des Klinikums Burgenlandkreis warnt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) vor einem Verkauf an den Schweizer Ameos-Konzern. »Eine Übernahme durch Ameos wäre die denkbar schlechteste Lösung«, betonte Bernd Becker, der bei ver.di in Sachsen-Anhalt für das Gesundheits- und Sozialwesen zuständig ist. Bei privaten Konzernen wie Ameos sei die Generierung möglichst hoher Renditen ein zentraler Unternehmenszweck. »Das steht oft im Widerspruch zu guten Arbeitsbedingungen, die eine wichtige Voraussetzung für eine gute Versorgung sind. Das Ameos-Management liefert dafür derzeit täglich Belege.«

    Statt im Tarifkonflikt an den Ameos-Kliniken Aschersleben-Staßfurt, Bernburg, Schönebeck und Haldensleben endlich auf die Beschäftigten zuzugehen und Verhandlungen mit ver.di über eine Angleichung der Gehälter an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) aufzunehmen, drohe die Geschäftsführung mit Massenentlassungen und kündige Beschäftigten unter fadenscheinigen Vorwänden. Die Ameos-Krankenhäuser sind die einzigen Akutkliniken in Sachsen-Anhalt, die ihren Beschäftigten den Schutz von Tarifverträgen verweigern. »Das könnte am Ende auch den Patienten schaden, deren gute Versorgung infrage gestellt ist, wenn es wegen der schlechten Bedingungen an Personal fehlt«, erklärte Becker. »Ameos setzt damit die Zukunft der Kliniken aufs Spiel. Das darf sich im Burgenlandkreis nicht wiederholen.«

    Becker bedauerte die Entscheidung des Vorstands der Uniklinik Halle, das gemeinsam mit dem Landkreis abgegebene Angebot für das Burgenlandklinikum zurückzuziehen. »Im Sinne der Patienten und Beschäftigten wäre das weiterhin der beste Weg. Das Land und der Landkreis tragen eine Verantwortung, für eine gute Krankenhausversorgung in der Region zu sorgen.« Laut Medienberichten sind nach dem Ausstieg der Uniklinik noch die SRH-Kliniken und Ameos im Bieterrennen.

    »Die Beschäftigten des Burgenlandklinikums arbeiten jeden Tag aufopferungsvoll für ihre Patientinnen und Patienten – sie haben die Insolvenz nicht zu verantworten«, stellte Becker klar. »Sie dürfen jetzt nicht einem Konzern ausgeliefert werden, der Tarifverträge aus rein ideologischen Gründen ablehnt und demokratische Rechte mit Füßen tritt.« Eine gute Versorgung sei nur mit guten Arbeitsbedingungen möglich. »Daran haben sowohl die Beschäftigten als auch die Bevölkerung ein existenzielles Interesse.«

    Für Rückfragen: Bernd Becker, Landesbezirksfachbereichsleiter, unter der 0175 / 4 32 45 30

    Pressekontakt

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    Oliver Greie
    ver.di-Landesbezirksleiter
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