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    ver.di Thüringen für eine soziale und weltoffene Gesellschaft

    ver.di Thüringen für eine soziale und weltoffene Gesellschaft

    06.03.2015

    Die Gewerkschaft ver.di in Thüringen betrachtet die "Pegida"-Demonstrationen und ihre Ableger mit großer Sorge – dies gilt vor allem für die von Personen aus der extrem rechten Szene organisierten Aufmärsche "Südthüringen gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Sügida) in Suhl.

    In einem Bundesland, in dem Muslime weniger als ein Prozent der gesamten Bevölkerung ausmachen, nutzen Neonazis das Feindbild Islam als Aktionseinheit, das unterschiedliche Unsicherheiten überdecken soll. Unter dem Deckmantel angeblicher Angst vor dem Islam tragen sie rassistische, antisemitische, antidemokratische und andere extrem rechte Inhalte auf die Straße, die nur von der Suche nach Lösungen für reale Probleme wie Angst vor Altersarmut oder dem sozialen Abstieg ablenken.

    Dass Neonazis mit ihrem rassistischen Angebot Bürger/Innen in Thüringen ansprechen können, muss der Politik in Land und Kommunen sowie anderen Organisationen wie den Gewerkschaften zu denken geben. Statt jedoch mit populistischer Rhetorik und völkischer Abgrenzung am rechten Rand zu fischen, braucht es ein entschiedenes Bekenntnis zu einem aktiven Sozialstaat, eine klare politische Botschaft für Integration und gegen Ausgrenzung sowie eine sachliche Debatte um Zuwanderung. Nur weil die Zahlen der Teilnehmer/Innen bei Aufmärschen wie "Sügida" zurückgehen, verschwindet der Rassismus im Alltag und den Köpfen der Menschen nicht.

    Die Ressentiments speisen sich vor allem aus Vorurteilen und Unkenntnis und werden von Neonazis wie den "Sügida"-Organisatoren noch geschürt. Sie als "berechtigte Ängste" zu proklamieren, hieße einen gefährlichen Irrweg einzuschlagen. Statt menschenverachtenden Aussagen und Einstellungen Vorschub zu leisten, sind Politik und Gesellschaft in der Verantwortung, mit Aufklärung und Bildungsangeboten die demokratische Kultur zu verteidigen und einem Rechtsruck der Gesellschaft entgegen zu wirken.

    "Die Thüringer Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter in ver.di stehen für Solidarität und soziale Gerechtigkeit, für ein friedliches Zusammenleben und Demokratie, für eine pluralistische Gesellschaft, in der Toleranz und gleiche Rechte gelten, unabhängig von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung. Deshalb lehnen wir die menschenverachtenden Vorstellungen der PEGIDA-Bewegung und ihrer Ableger strikt ab und unterstützen die Gegenbewegungen wie No-Sügida", so die zusammenfassende Einschätzung von Corinna Hersel, Bezirksgeschäftsführerin von ver.di in Thüringen.

    Wir sehen es als gemeinsame Aufgabe an, alle Menschen, die in unserem Land Zuflucht vor Krieg und Verfolgung suchen, dabei zu unterstützen gemeinsam friedlich in einem sozial gerechten Land zu Leben.

    Wir fordern alle politischen Parteien und Träger sozialer Verantwortung dazu auf, den Dialog mit den Menschen zu suchen, Kritik zu hinterfragen und die Besorgnis der Bürger durch ehrliche Aufklärung zu entkräften und damit die demokratischen Werte unserer Gesellschaft zu stärken.

    Pressekontakt

    V.i.S.d.P.:
    Oliver Greie
    ver.di-Landesbezirksleiter
    für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
    für den Inhalt: Jörg Förster

    Pressestelle:
    Karl-Liebknecht-Str. 30-32
    04107 Leipzig
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