ver.di setzt Streiks im Einzelhandel fort

Pressemitteilung vom 28.03.2024

Thüringer Streikbetriebe beteili­gen sich an bundesweitem Schwarz-Gruppen-Streiktag

Am heutigen Donnerstag (28.03.) ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten verschiedener Einzelhandelsunternehmen in Thüringen in den Arbeitskampf. Unter den bestreikten Märkten befinden sich auch Kaufland-Fili­alen u. a. aus Erfurt, Weimar, Suhl, Gera und weiteren Thüringer Städten sowie IKEA Erfurt und H&M-Filialen aus Erfurt und Gera.

„Die Schwarz-Gruppe mit ihren Supermarktketten Kaufland und Lidl gehört den fünf größten Einzelhandelskonzernen der Welt. Der Konzern ist eines der Schwer­gewichte im Arbeitgeberverband und erwirtschaftet durch die Arbeit der Beschäf­tigten jährlich Milliardengewinne. Der Eigentümer Dieter Schwarz gehört zu den reichsten Deutschen und hat, einer Schätzung des Manager Magazin zufolge, im Jahr 2023 sein Vermögen um weitere 3,5 Mrd. Euro auf 39,5 Mrd. Euro ausgebaut. Um einmal so viel zu verdienen, wie Dieter Schwarz in diesem einen Jahr, müsste eine Einzelhandelsbeschäftigte in Vollzeit etwa 100.000 Jahre arbeiten. Die Vertei­lung der erwirtschafteten Mehrwerte im Handel hat ein Ausmaß erreicht, das jeder Vernunft spottet“, so Matthias Adorf, Gewerkschaftssekretär bei ver.di Thüringen für den Fachbereich Handel.

Am 2. November endete die sechste Verhandlungsrunde in der Tarifauseinanderset­zung des Einzel- und Versandhandels Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen er­gebnislos. ver.di fordert für die Beschäftigten u.a. 2,50 € mehr Lohn und Gehalt pro Stunde, was einer Anhebung des Eckgehalts um ca. 15 % entspricht. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen. Die Arbeitgeber bieten lediglich Erhöhungen im Umfang von 10,0 % an – allerdings gestreckt auf zwei Jahre. Die Arbeitgeberseite verweigert die Fortsetzung der Verhandlungen.

„Während also die Gewinne im Handel sprudeln und das Geld nach oben in die Konzernspitzen wandert, erwartet die Beschäftigten an der Basis ein Tarifangebot, das Reallohnverluste festschreibt und die Kolleginnen und Kollegen in die Altersar­mut treibt“, so Adorf weiter.

Die Beschäftigten treffen sich am Donnerstag, 28. März, um 10 Uhr in der ver.di-Geschäftsstelle in Erfurt zu einer Streikversammlung.

Für Rückfragen:

Matthias Adorf, Gewerkschaftssekretär Handel Thüringen, Mobil: 0151 – 466 872 73, matthias.adorf@verdi.de

 

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