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    CELENUS Klinik an der Salza

    CELENUS Klinik an der Salza

    20.08.2018

    Europäische Gewerkschaften kritisieren Verhalten der Vorstandsvorsitzenden von Celenus

    Einer der längsten Streiks in der Gesundheitsbranche in Thüringen erregt weiterhin auch die Aufmerksamkeit auf europäischer Ebene.

    Nachdem sich schon die französischen Gewerkschaften solidarisch mit den streikenden Kolleginnen und Kollegen an der Celenus Klinik an der Salza gezeigt hatten, ergreift auch der Europäische Gewerkschaftsbund die Initiative und kritisiert insbesondere das Verhalten der Vorstandsvorsitzenden, Frau Susanne Leciejewski.

    Ver.di erreichte am 18. August ein Brief des Kollegen Jan Willem Goudriaan, Generalsekretär der EPSU (European Public Service Union), den wir an dieser Stelle einfügen:

    Sehr geehrte Frau Susanne Leciejewski,

    der EGÖD wurde über die schweren Verletzungen der Gewerkschaftsrechte in den Tochtergesellschaften von Celenus, Teil des französischen Unternehmen ORPEA in Deutschland, informiert. Dies hat große Besorgnis bei den Arbeitnehmern und den Gewerkschaften hervorgerufen, die die Arbeitnehmer in den verschiedenen Ländern vertreten, in denen ORPEA in Europa tätig ist. Der EGÖD, der Europäische Verband für im Gesundheitswesen und Sozialen Diensten aktive Gewerkschaften, vertritt diese Arbeitnehmer und ihre Gewerkschaften. Es ist nicht das Verhalten eines Unternehmens, das in seiner Branche und seinen Aktivitäten in Europa führend sein möchte.

    Wir bitten Sie, sich mit unseren deutschen Gewerkschaftskollegen von ver.di als Vertreter der deutschen Arbeitnehmer zusammen zu setzen und zu einer Lösung des Konflikts über die Anerkennung von ver.di in Orpea/Celenus-Tochtergesellschaften zu kommen und mit den Arbeitnehmern und ihrer Gewerkschaft über bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Wir möchten, dass alle Beschäftigten in der Branche gute Löhne erhalten, in einer Umgebung ohne Stress arbeiten und über genügend Ressourcen verfügen, um sich auf die Qualität der Dienstleistungen für die Patienten zu konzentrieren.

    Wir erwarten von ORPEA, einem Unternehmen, das über Lizenzen verfügt und oft öffentliche oder Sozialversicherungsbeiträge für Patienten und andere Nutzer seiner Einrichtungen erhält, deutsches Recht und Tarifverträge einzuhalten. Gewerkschaftliche Aktivitäten und Gewerkschaftsvertreter sind nach deutschem Recht geschützt. Die EU-Grundrechtecharta, die Europäische Sozialcharta, die ILO-Konventionen und die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen unterstreichen, wie wichtig es für Unternehmen ist, das Vereinigungsrecht und das Recht auf Kollektivverhandlungen zu respektieren.

    Wir bitten Sie, die beiden ver.di-Mitglieder, die wegen ihrer gewerkschaftlichen Aktivitäten entlassen wurden, unverzüglich wiedereinzusetzen.

    EGÖD und ORPEA haben einen Prozess eingeleitet, um die Vertretung von Arbeitnehmern auf europäischer Ebene sicherzustellen. Dies wird eine längerfristige Beziehung sein. Wir wollen, dass diese Beziehung konstruktiv ist. Dies wird zu einer verbesserten Information und Konsultation der Arbeitnehmer und ihre Vertreter mit einer Stimme bei wichtigen Entscheidungen, die ihren Arbeitsplatz betreffen, beitragen, wie es im europäischen Recht festgelegt ist.

    Wir möchten, dass es zu einer besseren Pflegequalität für die Nutzer der Einrichtungen von ORPEA beiträgt. Wie sich ORPEA im Fall der CELENUS Klinik in Bad Langensalza verhält, steht im Gegensatz zu einer guten Arbeitsplatzkultur. Ich vermute, dass sich dies letztlich auf die Wachstumsbestrebungen des Unternehmens auswirken könnte, da Regierungen, relevante regionale und lokale Behörden, zuständige Aufsichtsbehörden und Gewerkschaften weniger geneigt sein werden, ORPEA willkommen zu heißen

    Unseres Wissens nach wurden CELENUS Angebote gemacht, um eine Vermittlung mit einer dritten Partei zu ermöglichen, die die Parteien zusammenbringen kann. Uns ist bewusst, dass ver.di positiv reagiert hat. Leider hat CELENUS nicht geantwortet und kein Interesse gezeigt, eine konstruktive Lösung zu finden. Wir bitten Sie, positiv auf den Vorschlag zur (informellen) Mediation zu antworten und mit Vertretern von ver.di und möglicherweise anderen zu diskutieren, die am besten geeignet sind, beide Seiten zu unterstützen.

    Wir werden Anfang September unsere europäische Gewerkschafts-gruppe treffen. Vertreter von Gewerkschaften, die Arbeitnehmer in ORPEA in ganz Europa organisieren, werden ebenfalls teilnehmen. Sie wird prüfen, welche weiteren gemeinsamen Schritte unternommen werden können, falls das Unternehmen die Gewerkschaftsmitglieder weiterhin schikaniert.

    Ich bitte Sie, positiv auf diesen Brief zu antworten, indem Sie sich mit ver.di zusammensetzen und eine langfristige Beziehung aufbauen. Ich würde mich freuen, wenn Sie uns vor dem 2. September informieren können, damit wir die anderen Delegierten informieren können.

    Ich freue mich auf Ihre Antwort,

    Mit freundlichen Grüßen

    Jan Willen Goudriaan

    Generalsekretär des EGÖD

    Das Verhalten der Vorstandsvorsitzenden wird hierbei kritisch gesehen, da sich ORPEA als Mutterkonzern, nach Konflikten in Frankreich, momentan in einem Prozess der Verständigung mit den Gewerkschaften auf europäischer befindet und das Verhalten in Deutschland einem solchen Prozess abträglich ist.

    Für Rückfragen:

    Corinna Hersel, ver.di Bezirksgeschäftsführerin im ver.di Bezirk Thüringen, unter 01 60 / 96 38 08 14

    Pressekontakt

    V.i.S.d.P.:
    Oliver Greie
    ver.di-Landesbezirksleiter
    für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
    für den Inhalt: Jörg Förster

    Pressestelle:
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