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    Pflegende demonstrieren für faire Bezahlung

    Pflegende demonstrieren für faire Bezahlung

    01.05.2017

    Pflegeheimbetreiber Heim gGmbH lehnt Tarifverhandlungen ab

    Beschäftigte der Heim gemeinnützige GmbH demonstrieren am Dienstag, 2. Mai 2017, vor dem Chemnitzer Rathaus für einen Tarifvertrag. Sie fordern unter anderem mehr Geld für ihre aufopferungsvolle Arbeit mit den meist schwer pflegebedürftigen Menschen. Die Heim gGmbH, ein Unternehmen im Klinikum Chemnitz Konzern, lehnt bisher Tarifgespräche ab.

    "Es hat uns wenig überrascht, dass man uns eine schwierige wirtschaftliche Situation präsentiert." Derartige Klagen sei man im Zusammenhang mit Tarifverhandlungen gewöhnt, sagt Andre Urmann, zuständiger Verhandlungsführer der Gewerkschaft ver.di. Tarifverhandlungen aber einfach abzusagen, ist ein nicht hinnehmbarer Vorgang. Viele Beschäftigte sind empört und fühlen sich verschaukelt. Ein städtisches Pflegeunternehmen ohne Tarifvertrag ist wie Pflegen ohne Herz.

    Unter dem Motto "Das verlorene Herz der Heim gGmbH - Wir wollen es zurück" vertreten sie ihren Anspruch auf einen Tarifvertrag nun öffentlich. Seit 2004 fehlt eine angemessene Tarifbindung. Ein Großteil der Fachkräfte verdient nach etlichen Jahren Berufserfahrung nicht einmal 2.200 € brutto im Monat. Wer sich in der Heim gGmbH als Fachkraft bewirbt, muss sich bei Vollzeitbeschäftigung mit 1895 € im Monat zufrieden geben. Betreuungskräfte und Pflegehelfer sind von Niedriglöhnen betroffen. Viele können sich nur noch wegen der Zuschläge für Nacht- oder Feiertagsarbeit finanziell über Wasser halten.

    "Die wenigen Lohnsteigerungen in den vergangenen Jahren waren wie ein Tropfen auf den heißen Stein, einige Kollegen verlassen bereits die Heim gGmbH mangels Einkommensperspektive“ sagt Isabel Haupt, Altenpflegerin in der außerklinischen Intensivpflege. Die Absage der Geschäftsführung hat sie auch menschlich enttäuscht, fügt sie hinzu. Sie versteht nicht, warum sie bis zu 30 % weniger Geld als ihre Kolleginnen am Klinikum Chemnitz für eine vergleichbare Arbeit erhalte. Die ver.di Forderung nach 8 % mehr Lohn wird diese Ungerechtigkeit nicht sofort aufheben. Aber es muss endlich ein Anfang gemacht werden. Sollte sich die Geschäftsleitung nach der Demonstration weiterhin ihrer Verantwortung entziehen, sind viele Beschäftigte auch bereit, zu streiken. "Wir hoffen, dass es dazu nicht kommen muss", so die Botschaft von Urmann an die Klinikleitung.

    Die Demonstration findet am 2. Mai 2017 auf dem Neumarkt in Chemnitz vor dem Rathaus statt. Sie beginnt um 16 Uhr und wird bis etwa 17 Uhr andauern. Für Bildaufnahmen wird gegen 16:15 Uhr symbolisch das verlorene Herz in Form einer Installation aufgebaut.

     Für Rückfragen und Ansprechpartner vor Ort:

    Andre Urmann unter 01 51 / 17 49 87 49

     

    Pressekontakt

    V.i.S.d.P.:
    Oliver Greie
    ver.di-Landesbezirksleiter
    für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
    für den Inhalt: Jörg Förster

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