Pressemitteilungen

    zur Kultur und Kunst in Sachsen-Anhalt

    zur Kultur und Kunst in Sachsen-Anhalt

    Resolution 04.12.2012

    Auch bei den Theatern und Orchestern ist seit Jahren eine besorgniserregende Entwicklung zu verzeichnen. Die Städte und Landkreise als Träger sind aufgrund der prekären Situation der Kommunalfinanzen kaum noch in der Lage, die steigenden Kosten für den Spielbetrieb aufzubringen. Die internen Einsparmöglichkeiten der Theater und Orchester durch Personalabbau und die Senkung der übrigen Kosten sind im Wesentlichen ausgeschöpft und umgesetzt und können ohne tiefe Einschnitte nicht fortgesetzt werden. Die Erhöhung der Kartenpreise stößt auch an soziale Grenzen. Daher verzichten die Beschäftigten in Halle, Dessau, Schönebeck, Wernigerode, Halberstadt/Quedlinburg und Eisleben seit Jahren über Haustarifverträge auf die tarifliche Bezahlung in der Höhe bis zu 20 Prozent und mehr der tariflichen Einkommen. Durch einen jährlichen Verzicht auf ca. 8,5 Mio € ihres Einkommens tragen Künstlerinnen und Künstler, künstlerisch Beschäftigte, Techniker und MitarbeiterInnen in den Werkstätten und der Verwaltung zum Erhalt der kulturellen Substanz in Sachsen-Anhalt bei. Ohne diese "4. Säule" der Finanzierung von Theatern und Orchestern wäre die Existenz der meisten Theater und Orchester akut gefährdet. Dieser Zustand ist einer Kulturnation unwürdig und für die Beschäftigten nicht länger zumutbar.

    Wir fordern den Landtag und die Landesregierung auf, das strukturelle Defizit von ca. 15 Prozent bei der Finanzierung der Theater und Orchester in Sachsen-Anhalt in einer gemeinsamen Kraftanstrengung mit den Städten und Landkreisen zu beseitigen und die Kultur als kommunale Pflichtaufgabe zu deklarieren.

    Das Land Sachsen-Anhalt sollte sich zu einem Staatstheater "Anhaltisches Theater Dessau" bekennen und entsprechend in die Trägerschaft des Hauses eintreten.
    Wir fordern für den Kulturhaushalt des Landes, der weniger als ein Prozent des Gesamthaushaltes ausmacht, eine Dynamisierung von mindestens zwei Prozent p. a. um die steigenden Kosten aufzufangen.

    Kultur und Kunst sind "Lebensmittel" für die Gesellschaft und Daseinsvorsorge, Bildung, Genuss, Standortfaktor, Erbe, Gegenwart und Zukunft.
    Kunst und Kultur rechnen sich nicht, aber sie machen sich bezahlt!
    Weniger Kultur in Sachsen-Anhalt können wir uns nicht leisten!

    ver.di Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
    Der Landesfachbereichsvorstand Medien, Kunst und Industrie

    Stephan Zimmermann
    Vorsitzender des Fachbereiches
    Michael Kopp
    Fachbereichsleiter

    Beschlossen am 1. Dezember 2012

    Herausgeber:

    ver.di Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
    Pressestelle
    Karl-Liebknecht-Str. 30
    04107 Leipzig

    V.i.S.d.P.: Thomas Voß
    Landesbezirksleiter