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    CELENUS Klinik an der Salza

    CELENUS Klinik an der Salza

    20.07.2018

    12 weitere Beschäftigte sollen ihren Job verlieren

    Celenus betreibt Teilbetriebsstilllegung der Reinigung

    In der sich weiter fortsetzenden Tarifauseinandersetzung an der Klinik an der Salza in Bad Langensalza erreichte gestern die Eskalation einen weiteren Höhepunkt. Der Arbeitgeber legt die Reinigung still und hat beim Betriebsrat die Anhörungen zu den Kündigungen beantragt.

    "Zynisch und abstoßend! Das sind die beiden Worte, die mir zuerst einfallen, wenn die Vorstandsvorsitzende eines Unternehmens den Respekt vor den eigenen Mitarbeitern verliert und ihr jedes Mittel recht ist, die Mitarbeiter zu brechen. Insgesamt sind damit 19 Beschäftigte in ihrer Existenz bedroht. 2 fristlose Kündigungen, 5 ausgesperrte Kolleginnen und 12 Beschäftigte der Reinigung", empört sich Corinna Hersel, Bezirksgeschäftsführerin des ver.di Bezirkes Thüringen.

    "Für die betroffenen Kolleginnen gibt es an sich überhaupt keinen Grund mehr, ihre Arbeit fortzusetzen. Diejenigen, die es noch nicht getan haben, sollten sich dem Streik anschließen. Kostendruck kann kein Grund für die Kündigungen sein, da der Verdienst der Beschäftigten mit gut unter 40 ct. In der Stunde noch unter dem des allgemeinverbindlichen Mindestlohnes des Gebäudereiniger-Tarifvertrages liegt. Im Gegenteil, man akzeptiert eher die Zahlung von Mehrwertsteuer für ein Fremdunternehmen." so Hersel weiter.

    Der Streik wird fortgesetzt, bis die Vorstandsvorsitzende ihre Haltung aufgibt und wir anstatt der menschenverachten Unternehmenskultur aus Offenburg eine die Leistung der Beschäftigten würdigende Gesprächskultur erreichen.

    Der Konflikt ist seit dem 18. Juli 2018 auch international im Gespräch. In einem Brief der FORCE OUVRIERE Union Nationale des Syndicats FORCE OUVRIERE de la SANTE PRIVEE, Paris (einer der vier großen Gewerkschaftsbünde in Frankreich) werden die Vorgänge direkt gegenüber Orpea (Eigentümer der Celenusgruppe mit Sitz in Frankreich) angeprangert. Der Brief geht auch an alle anderen französischen Einzelgewerkschaften.

    Die Klinik an der Salza wird zu einem Beispiel aggressiver Unternehmenskultur. Es geht um Grundwerte des sozialen Konsenses - auch in Deutschland. Celenus straft selbst eine deutsche Bundeskanzlerin und ihren Gesundheitsminister Lügen. Herr Spahn hat für den Bereich der Altenpflege formuliert: "80 Prozent der Altenpflege-Einrichtungen sind nicht tarifgebunden. Und das wollen wir ändern, indem wir regelhaft zu einer Tarifbezahlung kommen." Das sei rechtlich schwierig, räumt er allerdings ein.

    An Celenus als Reha Betreiber gehen diese Aussagen vorbei. Die Folgen, die eine solche Ignoranz gesellschaftlicher und politisch anerkannter Normen haben kann, werden ausgeblendet.

    Für Rückfragen:

    Corinna Hersel, ver.di Bezirksgeschäftsführerin Bezirk Thüringen, unter 01 60 / 96 38 08 14

    Pressekontakt

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    Oliver Greie
    ver.di-Landesbezirksleiter
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    für den Inhalt: Jörg Förster

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