Warnstreik im Nahverkehr in Thüringen

Pressemitteilung vom 29.01.2024

Die Gewerkschaft ver.di ruft die Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Thüringen am 2. Februar 2024 zu einem ganztägigen Warnstreik auf.

Gegenwärtig finden in allen Bundesländern Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und den Kommunalen Arbeitgeberverbänden (KAV) statt. In Thüringen hat die zweite Verhandlungsrunde am 22. Januar 2024 in Erfurt stattgefunden.

Im Zuge dieser Verhandlungen konnte keine Annäherung mit dem KAV Thüringen erzielt werden. Zwar legte die Arbeitgeberseite in der 2. Verhandlungsrunde ein erstes Angebot vor, stellte sich dabei jedoch auf den Standpunkt, dass die Beschäftigten sich zwischen fairer Entlohnung und entlastenden Arbeitsbedingungen entscheiden müssten.

Dazu sagt Paul Schmidt, ver.di-Verhandlungsführer: „Es ist wichtig, dass die Arbeitgeber in Thüringen die Zeichen der Zeit erkennen. Jeden Monat einige Hundert Euro weniger zu zahlen als beispielsweise in Sachsen oder für vergleichbare Beschäftigte im öffentlichen Dienst, ist nicht akzeptabel. Hinzu kommt die hohe Belastungssituation. Viele Beschäftigte sind schlichtweg am Anschlag.“

„Die Krankenstände sind hoch und die Überstundenkonten voll. In einigen Betrieben gelingt es längst nicht mehr, ausreichend Personal zur Einhaltung der Regelfahrpläne vorzuhalten. Teilweise wird das Angebot aus Personalmangel seit Monaten gekürzt. Nur wenn wir für Entlastung und wettbewerbsfähige Löhne sorgen, halten wir vorhandenen Belegschaften in den Betrieben und können am umkämpften Arbeitsmarkt ausreichend neue Kolleginnen und Kollegen gewinnen“, ergänzt Schmidt.

Da das Angebot der Arbeitgeber weder hinsichtlich der Einkommen noch mit Blick auf die geforderte Entlastung den Erwartungen der Beschäftigten entspricht, ruft ver.di die Beschäftigten der kommunalen Verkehrsunternehmen in Erfurt, Gera, Jena, Mühlhausen, Nordhausen, Sondershausen, Suhl/Zella-Mehlis, Weimar, dem Landkreis Weimarer Land und dem Saale-Holzland-Kreis am 2. Februar 2024 zu einem ganztägigen Warnstreik auf.

Hintergrund: Ab dem 01.03.2024 verdienen Fahrdienstbeschäftigte, die deutlich größte Gruppe in den Unternehmen, je nach Betriebszugehörigkeit in Sachsen zwischen 3.116 Euro und 3.627 Euro. In Thüringen werden für die gleiche Tätigkeit lediglich zwischen 2.721 Euro und 3.200 Euro gezahlt.
Der Verband der Verkehrsunternehmen (VDV) selbst schätzt, dass jährlich 4.000 bis 6.000 Beschäftigte aus den ÖPNV-Unternehmen ausscheiden und derzeit nur mit größter Mühe nachbesetzt werden können.

 

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