Pressemitteilungen

    Erneute Streiks im Thüringer Einzelhandel

    Erneute Streiks im Thüringer Einzelhandel

    01.09.2017

    Thüringer Einzelhändler wieder „auf der Straße“

    Am heutigen Tag werden Beschäftigte aus 9 Thüringer tarifgebundenen und nicht tarifgebundenen Betrieben wie Kaufland, OBI, IKEA und H&M gemeinsam für Tarifbindung und angemessene Bezahlung "auf die Straße" gehen.

    "Wir wollen damit nochmals den Zusammenhalt der Verkäuferinnen und Verkäufer dokumentieren und unserer Forderung u.a. nach einer angemessenen Tariferhöhung und nach der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge im Einzelhandel zum Ausdruck bringen", so ver.di Streikleiterin Bettina Penz.

    In vielen Unternehmen des Einzelhandels wird nicht oder nicht mehr nach Tarif gezahlt und in vielen tarifgebundenen Unternehmen oft großräumig Personal abgebaut.

    "Es ist ein Skandal, dass in einer der größten und reichsten Branchen Deutschlands so mit Beschäftigten umgegangen wird und derart große Unterschiede herrschen. Auf der einen Seite Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mit überwiegend Teilzeitverträgen, von denen sie kaum leben können, auf der anderen Seite immer mehr Reichtum und Vermögen. Soziale Gerechtigkeit und Wertschätzung von Arbeitsleistung sieht anders aus. Seit Jahrzehnten ist es im Einzelhandel immer erst nach Streiks zu Tarifabschlüssen gekommen. Die Beschäftigten von OBI in Thüringen kämpfen mittlerweile seit Jahren für einen Tarifvertrag und werden dabei auch nicht "müde", denn sie wissen, dass es sichere Löhne und Gehälter nur mit Tarifvertrag gibt. Wenn also Arbeitgeber denken, durch freiwillige Zahlungen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "ruhig zu stellen", wird das nicht funktionieren. Wir haben einen langen Atem, wenn es um die faire und gerechte Bezahlung derjenigen geht, die den Reichtum in dieser Branche erwirtschaften, aber daran nicht teilhaben sollen, gleich ob mit Tarifbindung oder ohne. Darum werden wir auch weiter konsequent u.a.  für eine Allgemeinverbindlichkeit eintreten, notfalls auch über den 11.09. hinaus“, so Penz.

    Die Tarifverhandlungen für die tarifgebundenen Unternehmen werden am 11.09.2017 fortgesetzt. Mit diesem gemeinsamen Streik soll auch hierfür noch einmal ein Signal gesetzt werden. Durch die Einführung einer Mitgliedschaft ohne Tarifbindung hatte der Arbeitgeberverband im Einzelhandel maßgeblich dazu beigetragen, dass die Tarifbindung im Einzelhandel abgenommen hat. Obwohl trotzdem bei den Verhandlungen von der Arbeitgeberseite immer beklagt wird, dass nicht alle Unternehmen mehr der Tarifbindung unterliegen, wird die Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge, die diesen Zustand beenden würde, strikt von ihnen abgelehnt.

    Für Rückfragen:

    Bettina Penz unter 01 74 / 9 45 85 43

     

    Pressekontakt

    V.i.S.d.P.:
    Oliver Greie
    ver.di-Landesbezirksleiter
    für Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
    für den Inhalt: Jörg Förster

    Pressestelle:
    Karl-Liebknecht-Str. 30-32
    04107 Leipzig
    Tel. 0341/52901 110
    Fax 0341/52901 510
    eMail: Lbz.sat@verdi.de
    Internet: www.sat.verdi.de